Die meisten Selbstständigen schreiben ihre Website-Texte selbst — und das ist grundsätzlich kein Problem. Das Problem ist, dass sie dabei aus der falschen Perspektive schreiben. Sie schreiben über sich, statt für den Leser. Sie erklären, was sie tun, statt was der Besucher davon hat. Hier sind die sieben häufigsten Hebel.

Tipp 1

Schreib für eine Person — nicht für alle

Wenn du an alle schreibst, sprichst du niemanden an. Stell dir beim Schreiben eine konkrete Person vor: Deinen besten Kunden, oder den Kunden, den du gerne haben willst. Schreib für diese Person. Nutze ihre Sprache, ihre Begriffe, ihre Probleme.

„Ich unterstütze Unternehmen und Privatpersonen in allen Lebenssituationen."
„Ich helfe Solo-Selbstständigen, ihre Buchhaltung endlich in den Griff zu kriegen — ohne den Aufwand selbst zu übernehmen."
Tipp 2

Der erste Satz entscheidet alles

Der erste Satz auf deiner Website ist der wichtigste Text, den du je schreiben wirst. Entweder er macht klar, dass der Besucher richtig ist — oder er scrollt weg. Der erste Satz soll in einem Atemzug sagen: was, für wen, wozu.

„Willkommen auf meiner Website. Ich freue mich, dich hier begrüßen zu dürfen."
„Landingpages für Coaches und Berater, die mehr Erstgespräche buchen wollen — fertig in 10 Tagen."
Tipp 3

Nutzen vor Leistung

Leistungen interessieren deinen Kunden weniger als du denkst. Was ihn interessiert: Was hat er davon? Statt Features aufzulisten, beschreib das Ergebnis — das Leben nach dem Kauf.

„Meine Leistungen: Suchmaschinenoptimierung, Content-Erstellung, technisches Audit"
„Du wirst von Menschen gefunden, die genau nach dem suchen, was du anbietest — ohne Werbebudget."
Tipp 4

Kurze Sätze, kurze Absätze

Online liest niemand linear. Menschen scannen. Ein Absatz mit sieben Zeilen wird übersprungen. Ein Satz, der allein steht, wird gelesen. Das ist keine Stilfrage — es ist eine Usability-Frage.

Schreib einen Gedanken pro Absatz. Dann einen Zeilenumbruch. Dann den nächsten Gedanken. So wie hier.
Tipp 5

Schreib wie du redest — nicht wie du einen Brief tippst

Viele Selbstständige klingen auf ihrer Website formeller als im echten Gespräch. Das wirkt unpersönlich und kalt. Deine Website-Texte sollen sich lesen wie ein Gespräch — nicht wie ein Geschäftsbericht.

„Ich biete meine professionellen Dienstleistungen mit langjähriger Erfahrung an."
„Ich mache das seit 8 Jahren — und ich mag es, wenn Dinge funktionieren."
Tipp 6

Konkrete Zahlen und Details sind besser als vage Adjektive

„Schnell", „professionell", „zuverlässig" — das sagen alle. Was du stattdessen tun kannst: konkret werden. Zahlen, Zeitrahmen, Beispiele. Das ist glaubwürdig und unterscheidet dich von den hundert anderen, die dasselbe schreiben.

„Ich arbeite schnell und zuverlässig."
„Du bekommst eine fertige Landingpage in 10 Tagen — oder du zahlst nicht."
Tipp 7

Sag, was als nächstes zu tun ist

Dein Besucher weiß nicht automatisch, was er tun soll. Sag es ihm. Nicht einmal, sondern mehrmals auf der Seite. Und mach es so konkret, dass er versteht, was nach dem Klick passiert.

„Kontaktieren Sie mich."
„Buch ein kostenloses 30-Minuten-Gespräch — ich melde mich innerhalb eines Werktages."

✅ Selbstcheck: Wie gut sind deine Website-Texte?

  • Sagt der erste Satz klar, was du für wen tust?
  • Schreibst du über Ergebnisse — nicht nur über Leistungen?
  • Gibt es auf jeder wichtigen Seite mindestens einen klaren CTA?
  • Hast du Sätze mit „wir sind leidenschaftlich" oder „ganzheitlich"? (Löschen.)
  • Könntest du denselben Text auf der Website deines Mitbewerbers stehenlassen — und er würde immer noch passen? (Dann ist er zu vage.)
  • Würdest du deine Website-Texte so auch in einem Gespräch sagen?

Wenn du mehr als drei Punkte mit „Nein" beantwortet hast — da liegt Potenzial. Nicht alles auf einmal angehen, aber anfangen.