Wenn Selbstständige fragen, was eine Website kostet, lautet die ehrliche Antwort: Es kommt drauf an. Das ist keine Ausweichung — es ist die Wahrheit. Aber es gibt Faktoren, die den Preis bestimmen, und Preisspannen, die realistisch sind. Hier ist der Überblick, der dir hilft, kluge Entscheidungen zu treffen.
Was den Preis einer Website beeinflusst
Bevor wir zu den Zahlen kommen, kurz zu den Faktoren, die den Preis bestimmen:
- Umfang: Eine einseitige Landingpage ist etwas anderes als eine zehnsei tige Website mit Blog, Buchungssystem und Portfolio-Galerie.
- Texte: Ob du die Texte selbst schreibst oder liefern lässt, macht einen erheblichen Unterschied — gute Texte kosten Zeit oder Geld.
- Design: Template-basiert oder individuelles Design — hier liegt einer der größten Preisunterschiede.
- Technik: WordPress, Squarespace, statisch oder maßgeschneidert — unterschiedliche Komplexitäten, unterschiedliche Preise.
- Strategie: Wer nur baut, ohne zu denken, ist billiger. Wer mitdenkt, welche Botschaft wie kommuniziert werden soll, kostet mehr — und bringt mehr.
Preisspannen: Selbst gemacht vs. Freelancer vs. Agentur
Selbst gemacht: 0–500 € einmalig + Zeit
Tools wie Squarespace, Wix oder WordPress mit einem kostenlosen Theme ermöglichen es, selbst eine Website zu bauen — technisch gesehen. Die monetären Kosten sind minimal: Hosting (5–15 €/Monat), Domain (10–20 €/Jahr), eventuell ein Theme (50–200 € einmalig).
Was oft unterschätzt wird: die Zeit. Eine gute selbst erstellte Website braucht erfahrungsgemäß 20–60 Stunden, wenn man noch keine Erfahrung hat. Bei einem Stundensatz von 60 Euro sind das 1.200–3.600 Euro Opportunitätskosten. Und: Viele selbst erstellte Websites kommunizieren das Angebot nicht klar genug, weil die strategische Komponente fehlt.
Sinnvoll wenn: Du am absoluten Anfang stehst, noch keinen stabilen Umsatz hast, und bereit bist, erheblich Zeit zu investieren.
Freelancer: 500–3.500 €
Hier ist die Bandbreite groß. Ein Junior-Webdesigner, der Templates anpasst, liegt bei 500–900 Euro. Ein erfahrener Freelancer, der Design, Technik und Textstrategie mitdenkt, liegt eher bei 1.500–3.500 Euro für eine schlanke 4–6-seitige Website.
Was du für 1.500–2.500 Euro bei einem guten Freelancer bekommst: professionelles, individuelles Design, mobiloptimiert, mit klarer Struktur, SEO-Grundlagen, verständlichen Texten — und jemanden, der mitdenkt, statt nur umsetzt.
Sinnvoll wenn: Du bereits erste Kunden hast, weißt was du anbietest, und dir fehlt der technische oder gestalterische Part.
Agentur: 3.000–20.000+ €
Agenturen haben Overhead — Projektmanager, Junior-Entwickler, Abteilungen. Das schlägt sich im Preis nieder. Für Selbstständige und kleine Dienstleister ist eine Agentur in den meisten Fällen überdimensioniert. Was du für 8.000 Euro bei einer Agentur bekommst, bekommst du oft für 2.500 Euro von einem guten Freelancer.
Ausnahme: Spezifische technische Anforderungen (komplexe Webshops, Custom-Entwicklungen) oder wenn du ein Corporate-Niveau brauchst, das Agenturen liefern können.
Sinnvoll wenn: Dein Unternehmen wächst, du konkrete technische Anforderungen hast, oder du Corporate-Standard brauchst.
Was wirklich wichtig ist
Viele Selbstständige investieren in Design — und vernachlässigen die Texte. Das ist ein Fehler. Eine hübsche Website, die nicht erklärt, was du anbietest und für wen, bringt keine Kunden. Eine schlichte Website mit glasklaren Texten bringt mehr als das.
Die drei wichtigsten Elemente einer Website, die Kunden bringt:
- Klares Angebot: Was bietest du an, für wen, und was bekommen sie konkret? Nicht beschreiben, was du tust — beschreiben, was der Kunde gewinnt.
- Vertrauen: Referenzen, ein echtes Foto von dir, ein klares Über-mich — Menschen kaufen von Menschen, denen sie vertrauen.
- Klarer nächster Schritt: Was soll der Besucher tun? Kontakt aufnehmen, Gespräch buchen, Angebot anfordern? Nur ein CTA, nicht fünf.
Design macht einen Unterschied — aber erst, wenn das Inhaltliche stimmt.
Wann sich die Investition lohnt
Eine klare Faustregel: Wenn du durch deine Website einen einzigen Auftrag gewinnst, hat sie sich in den meisten Fällen schon gerechnet. Bei einem durchschnittlichen Projektwert von 1.500 Euro ist eine Website für 1.500 Euro nach einem Auftrag break-even.
Die Investition lohnt sich besonders dann, wenn:
- Dein Angebot bisher schlecht kommuniziert ist und du merkst, dass Interessenten nicht verstehen, was du anbietest
- Du bisher hauptsächlich über Empfehlungen Kunden bekommst und eine digitale Visitenkarte für neue Kontakte brauchst
- Du aktiv in SEO oder Content-Marketing investieren willst — dann ist die Website das Fundament
- Du höhere Preise verlangen möchtest und dein Online-Auftritt das noch nicht widerspiegelt
Die Investition lohnt sich weniger, wenn du noch nicht weißt, was du genau anbietest. Eine Website kann Klarheit kommunizieren — sie kann Klarheit nicht ersetzen. Wer noch nicht weiß, an wen er sich richtet und was er anbietet, sollte erst daran arbeiten. Eine Website später ist besser als eine frühe Website ohne Richtung.
Zusammenfassung: Für die meisten Selbstständigen in Österreich liegt die sinnvolle Investition in eine professionelle Website zwischen 1.000 und 3.000 Euro — wenn sie mit einer klaren Positionierung und guten Texten kombiniert wird. Das ist keine teure Investition. Es ist die günstigste Variante, die wirklich funktioniert.